Eines unserer schwersten Rennen

By 10. Februar 2015ARCHIV DEUTSCH, NEWS DEUTSCH

04:45 Uhr. Scuttlebutt Lodge bei Braeburn. Zeit für ein erstes Update in deutscher Sprache. Hier werde ich mich auch immer auf die deutschsprachigen Teilnehmer konzentrieren. Die internationalen News gibt es auf unserer englischen Seite.

Wir sehen gerade sicherlich eines unserer schwersten Rennen. Nach der Wettervorhersage vor dem Start haben wir das befürchtet und den Athletinnen und Athleten entsprechend ins Gewissen geredet. Die Strecke zum ersten Checkpoint, Rivendell Farm, haben dann auch sehr viele Teilnehmer hervorragend gemeistert.

Der Schweizer Ignatios Konstantin (430) hatte leider das große Pech, sich auf der Hinreise eine Erkältung einzufangen. Dadurch hatte er bei diesen Bedingungen keine Chance und musste an der Takhini Bridge aufgeben.

Anton Hierschläger (430) hatte auch nicht mehr Glück. Hochmotiviert, top trainiert und gut ausgerüstet ist er gestartet. In einem normalen Jahr, da bin ich mir sicher, hätte er es dieses Mal gepackt. Aber es sollte nicht sein. Die extremen Temperaturen haben dazu geführt, dass er Probleme mit den Händen bekam. Er hat das einzig richtige gemacht und aufgegeben. Ich denke, dass haben auch die Ereignisse der folgenden Nacht gezeigt.

Deutlich besser lief es für Michael Brehe aus Deutschland. Er konnte als zweiter Teilnehmer die Ziellinie der 100 Meilen überqueren. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass er die Strecke mit Rucksack zurückgelegt hat. Kein Schlitten. Das hat vor ihm noch keiner geschafft bzw. erst gar nicht versucht. Leider hat aber auch Michael der „Frostbite“ erwischt. In seinem Fall waren es die Hände. Nicht lange nach seinem Finish hat er einen Transfer nach Whitehorse bekommen und wird sicher noch eine Weile brauchen, sich zu erholen. Das gesamte MYAU-Team wünscht gute Besserung!

Helmut Haberkost (100) ist noch im Rennen. Er ist langsam, aber er macht das genau richtig. Bei dieser Kälte darf man keine Fehler machen. Das geht am besten, wenn man nicht an seine Grenzen geht. Als Postbote ist Helmut bei jedem Wetter draußen und er hat auch bei kaltem Sauwetter daheim die Briefe in kurzen Hosen zugestellt. Gutes Training für den MYAU. Ich würde mich sehr freuen, wenn er es packt.

Patrick Kern (300), ebenfalls Deutschland, musste leider aufgeben. Er ist derzeit noch am Dog Grave Lake, wo viele Teilnehmer auf ihre Evakuierungen warten. Er hatte sich für die Diziplin Skilanglauf entschieden. Das ist so schon sehr schwierig. Bei dieser Kälte ist es fast unmöglich. Noch habe ich nicht mit ihm sprechen können, aber es sollte ihm den Umständen entsprechend gut gehen.

Einen hervorragenden Lauf bisher hat Hanno Heiss (430). Und bei so vielen Teilnehmern mit Problemen ist es natürlich schön, wenn es zwischendurch auch einmal positive Nachrichten gibt. Hanno, der aus dem italienischen Pfalzen kommt, ist bereits auf dem Weg zum Ken Lake. Auch Bernhard Hasenbalg (430) ist gut dabei und in Braeburn angekommen. Ebenfalls noch im Rennen sind Powerfrau Nicole Dörr (430), Jörn Theissig (430), Peter Felten (430) und Christoph Kurth (430). Christoph ist vor einer Weile bereits aufgebrochen und auf dem Weg nach Braeburn. Er ist sicher einer der Wenigen, die bei so einer Kälte unterwegs sein können. Nicole, Jörn und Peter haben sich entschieden, das kalte Wetter ein wenig auszusitzen. Und das ist gut so. Sie sitzen das Extremwetter aus. Denn ab morgen soll es etwas „wärmer“ werden.