Das war der YAU 2014

By 19. Februar 2014ARCHIV DEUTSCH, NEWS DEUTSCH

Mit leichter Verspätung kommt nun endlich mein kurzer Abschlussbericht.

Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Teilnehmern, Guides, freiwilligen Helfern und Sponsoren bedanken. Es war wieder ein großes Abenteuer und Ihr habt das mit Eurem Mut und Eurer Unterstützung möglich gemacht.

Die Tage vor dem Rennen waren geprägt von SPOTs die nicht auftauchen wollten und den schwierigen Bedingungen auf den ersten 20 bis 30 km Trail. Wenn man Ultras läuft oder organisiert lernt man aber sehr schnell, dass Hektik nichts bringt und mit der richtigen Einstellung findet man immer ein Lösung. Und so kam es dann auch. Der Start wurde verlegt und die SPOTs kamen gerade noch rechtzeitig für den entscheidenden Teil des Rennens. Hier auch noch einmal mein Dank an Matthew Lee, der die SPOTs persönlich von North Carolina nach Vancouver gebracht hat. Zu einem Zeitpunkt, wo das Wetter so schlecht war, dass viele Flüge in den USA gestrichen wurden. Danke auch an Takhini Hotsprings und Takhini Transports für die unkomplizierte Hifle bei der Verlegung des Starts.

Das Rennen selbst bot den Teilnehmern dann wieder das „komplette Programm“. Schon am Tag 1 war es sichtlich kälter als die Tage davor. Und dabei sollte es bleiben. Die 300 Meilen Starter kamen so in Temperaturbereiche von – 45° C. Der Trail selbst war, abgesehen von einem Abschnitt auf den ersten 20 km, sehr hart. Die Athleten waren entsprechend schnell. Unser 100 Meilen Biker aus Kanada, Paul Trebilock, konnte so einen Rekord aufstellen, der wohl noch eine Weile Bestand haben wird.

Für die deutschsprachigen Teilnehmer gab es Licht und Schatten. Sarah Wolter-Roessler aus Stockach war beim Marathon super unterwegs. Wie bereits berichtet, verpasste sie dann jedoch eine Abzweigung und verlor wertvolle Zeit. Am Ende bedeutete es Rang 3 bei den Damen. Ein Bad in den heißen Quellen von Takhini und Sarah hatte schon fast vergessen, dass noch mehr drin war. Platz 1 bei den Damen belegte Kristin Daniel. Kristin lebt zwar im Yukon, kommt aber aus Deutschland. Vielleicht sehen wir sie ja nächstes Jahr am Start bei den 100 Meilen!

Eine tolle Leistung aus deutscher Sicht gab es dann auf unserer Strecke nach Braeburn. Maren und Mike Kraft belegten Rang 6. Als Team „True Love“ bedeutet das Platz 1 und in der Damenwertung war Maren damit die schnellste Teilnehmerin. Besonders die Tatsache, dass sie es als Team (und dann noch verheiratet!) geschafft haben, ist eine geniale Leistung. Denn nur sehr selten schaffen Teams es beim YAU gemeinsam ins Ziel. Neben vieler anderer Hürden ist hier sicherlich die Kälte ein Grund. Ist ein Athlet im Team langsamer als normal, muss er/sie nicht selten frieren. Die ganze Angelegenheit wird somit komplizierter. Schnell liegen die Nerven blank. Also, Hut ab. Bei Maren und Mike war der Team-Name Programm!

Nicht ganz so viel Glück hatte Stefan Zahlten, unser einziger deutscher Starter über die 300 Meilen. Schon recht früh plagten ihn Balsen und eine Druckstelle im Schuh. Wahrscheinlich bedingt durch eine Einlegesohle. Mit großer Ruhe hatte Stefan die Probleme ertagen und in Braeburn beschlossen, den nächsten Abschnitt in Angriff zu nehmen. Hier wurden die Schmerzen aber dann zu stark und er musste letztlich aufgeben. Stefan hatte trotzdem viele tolle Momente auf den Trails und an den Checkpoints.

Der Rest des Rennens war dann fest in den Händen unserer Dänen, eines Iren und der Engländer.  Johnny Wulff Andersen aus Dänemark hat dann auch schließlich einen neuen Rekord über die 300 Meilen aufgestellt. Der wird schwer zu knacken sein. Platz 2 ging mit Torben Jensen auch an Dänemark und Rang 3 belegte Brian Bell aus Irland. Ich denke, ich sollte auch erwähnen, dass James Binks aus England mit 69 Jahren unser bisher ältester 300-Meilen-Finisher ist. Und das mit einer super Zeit und in einer klasse Form. James wurde im Verlauf des Rennens sogar immer besser. Sicher auch, weil er mit Robert Hodges (62 Jahre jung) einen tollen Freund an seiner Seite hatte.

Die Vorbereitungen für 2015 laufen bereits. Die Teilnahmegebühren sind schon online einsehbar. Die Anmeldeformulare folgen, sobald der Yukon Quest den Starttermin bestätigt.

Wir sehen uns. Im Yukon. Nächstes Jahr!

Robert Pollhammer
(Veranstalter)

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