Fatbiking

Das Fatbiken im Winter ist eine absolut faszinierende Outdoor-Sportart. In Alaska und dem Yukon gibt es die Bikes mit den extrabreiten Reifen schon lange. Aber mittlerweile erfreut sich das Fahren mit diesen kleinen Monstern auch bei uns immer größer werdender Beliebtheit. Schon lange habe ich daher mit dem Gedanken gespielt, ein spezielles YAU Fatbike machen zu lassen und mich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Da war es wie ein Wink des Schicksals, dass sich Kevin Turek, seines Zeichens MTB-Experte, bei mir gemeldet hat und seine Hilfe anbot. Mit MAXX-Bike hatten wir dann noch das Glück, ein Unternehmen aus Deutschland zu finden, das sich sofort für das Projekt begeistern konnte. Uwe Matthies, der Geschäftsführer selbst, ist bei der Auswahl des Rahmens und der Komponenten unser Ansprechpartner gewesen. Sein ganzes Team steht mit Begeisterung hinter dem Projekt. Das Resultat kann sich sehen lassen.

Aber bevor ich unser YAU Fatbike vorstelle, hier ein paar Infos zum Thema MTB und Kälte:

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MAXX Bikes

Denn ein Bike für den Winter muss natürlich winterfest ausgestattet sein, um gegen Kälte, Schnee, Eis und Mangel an Tageslicht gewappnet zu sein. Insbesondere wenn es in den arktischen Bedingungen eingesetzt werden soll, wo das richtige Equipment schnell auch zur Überlebensfrage werden kann. Es hat sich gezeigt, dass sich vor allem das Fatbike zur Bewältigung von längerer Strecken in diesen extremen Zonen ausgesprochen gut eignet – vorausgesetzt, es wurde technisch dafür fit gemacht. Wir haben nachfolgend die wichtigsten Spezifikationsdetails zusammengefasst, mit denen ein Fatbike für extrem winterliche bis arktische Bedingungen ausgestattet sein sollte. Beim Neukauf sollte zunächst ein Anforderungs- und Nutzungsprofil für das gesamte Jahr erstellt werden, nicht nur für die kurze Zeit einer extremen Niedrigtemperatur. Ist man sich im Klaren, wo man hauptsächlich fahren will und welche Niedrigsttemperaturen einen erwarten, kann besser abgewogen werden, welche Kompromisse in der individuellen Bike-Spezifikation getroffen werden sollten. Ein Norweger oder Kanadier wird dann sicher anders entscheiden als ein Mitteleuropäer, der vielleicht auch noch vorwiegend im Bergigen unterwegs ist.

Naben-oder Kettenschaltung:

Die Wahl der Schaltung hängt vom bevorzugten Geländeprofil und Beschaffenheit des Untergrunds ab. Die klassische Kettenschaltung - unser Tipp 1 x 11, weil weniger bewegliche Teile - lässt sich sportlicher schalten und ist auch leichter; allerdings sind mit Kette, Schaltwerk und ggf. Umwerfer viele bewegliche Teile im Antriebsstrang involviert - jedes für sich ein potentielles Ausfallopfer von Kälte, Schnee, Eis oder auch anderen Widrigkeiten wie Schlamm, Sand oder Gestrüpp. Mit der Nabenschaltung – unser Tipp Rohloff XL 14 Gang mit spezieller Spülöl-Mischung - ist man gegen letztgenannte Umwelteinflüsse besser gewappnet – vor allem, wenn die herkömmliche Kette auch noch durch Gates-Riemen ersetzt wird. Eine sichere Bank für „schwerstes Wetter“ für jeden, den es nicht auf Sportlichkeit und etwas Mehrgewicht ankommt, aber dagegen auf langer Strecke maximal ausfallsicher unterwegs sein will.

Bremsen:

Bis ca. -15 C° sind hydraulische Shimano-Scheibenbremsen mit großen Scheiben (200/180 mm) unsere Empfehlung, vor allem wenn man in der wärmeren Jahreszeit beste Bremsperformance benötigt. Für dauerhaft tiefere Temperaturen empfehlen wir die mechanische Scheibenbremse Avid BB7. Nicht die Bremsflüssigkeit an sich ist das Problem, sondern die Dichtungen an Hebel und Bremszangen, die in der Kälte zu hart und starr werden und das Hydrauliksystem undicht werden lassen. Der Nachteil der mechanischen Bremse ist jedoch die etwas geringere Bremsleistung. Hier muss jeder für sich abwägen.

Arctic-Setup“:

Alle beweglichen Teile und Lager müssen mit Spezialschmierstoff geschmiert sein, der bis - 50°C ausgelegt ist; kabelführende Schalt-und Bremshüllen sollten - wie bei MAXX serienmäßig - durchgehend im Unterrohr verlegt sein - mit gedichteten Endkappen von Shimano. Außerdem muss die komplette Zugführung innen mit gelförmigen Frostschutzmittel (z.B.Glycerin) gegen Verdunstungsfeuchtigkeit „isoliert“ werden, sonst gefrieren die Züge sofort, wenn das Bike starken Temperaturunterschieden ausgesetzt ist. Der MAXX Konfigurator bietet hierfür das „Arctic-Setup“. Dieses Setup kann auch bei normalen mitteleuropäischen Sommertemperaturen eingesetzt werden und muss nicht zurückgerüstet werden.

Keine Kunststoffe:

Es sollten keine tragenden bzw. belasteten Teile aus Spritzguss-Kunststoff verwendet werden, also z.B. Schnallen, Halter, Anschraubteile. Sie werden spröde und können brechen und sollten daher gegen Alu oder Stahl ausgetauscht werden. Dies gilt auch für Taschen oder Sattel.

Keine Schnellspanner:

Aufgrund der extremen Kälte funktionieren die Schnellspanner an Naben und Sattelstütze nicht mehr richtig. Sie sind bruchgefährdet, sicher sind daher nur Inbus-Schraublösungen.

Winter-Bereifung:

Von überragender Bedeutung beim Fatbike ist ein kältefester Winter-Reifen, ausgestattet mit einer weicheren Gummimischung, groben, hohen Stollen und weit rausgezogenem Seitenprofil. Jeder normale Reifen wird bei Minusgarden zu hart und verliert seinen Grip auf Schnee, insbesondere bei Längsrillen oder hängenden Querpassagen. Spikes wirken nur auf Eis oder vereisten Tracks und sollten möglichst weit zu den Seitenwangen reichen. Die Nachteile des Spike-Reifens sind sein deutliches Mehrgewicht – deswegen vielleicht nur der Vorderreifen. Zur Breite des Reifens gibt es eine Grundregel fürs Fatbiken im Schnee: Je breiter desto besser!

Schlauchlos? Ja unbedingt, aber...

Idealerweise sollte ein Fatbike schlauchlos gefahren werden, es gibt keine „Snakebites“ und vor allem bedeutet der kältestarre und schwere Schlauch extrem viel Energieverlust. Leider gibt es derzeit noch keine erprobte Dichtflüssigkeit, die auch bei Tiefsttemperaturen ausfallsicher abdichtet. Deswegen also immer mit Ersatzschlauch und Pumpe unterwegs sein!

Stromquelle:

Unsere Winterzeit geht einher mit dem Mangel an Sonnenlicht. Entscheidend ist hier die Frage nach der richtigen Stromquelle für das sichere Biken in Dunkelheit oder Dämmerung und – vor allem auf längeren Strecken - auch um eine sichere Stromquelle für das Wiederaufladen von Akkus für Stirnlampe, Mobiltelefon oder Navigationsgerät. Unsere Empfehlung für solche Einsätze ist der SON Fatbike Nabendynamo in Verbindung mit dem SON Edelux Scheinwerfer aus Metall. Der Nabendynamo sollte einen 2. Stecker aufweisen, wo ein zweites Kabel über ein Ladegerät/Konverter (unser Tipp: E-Werk) zu einen möglichst am Körper getragenen Akkupack führt. Unsere Empfehlung ist hier der Guide 10 Plus Recharger oder der Forumslader.

Federgabel:

Solange das Fatbike bis ca. 15 Km/h bewegt wird und die Bereifung durch geringen Luftdruck ausreichend Dämpfung gewährleistet, ist eine Starrgabel ausreichend. Für höhere Geschwindigkeiten in Verbindung mit groben Untergrund empfehlen wir die Rockshox Bluto Federgabel trotz des Mehrgewichts. Allerdings ist die Federungs- und Dämpfungsfunktion, aber auch die Luftdichtigkeit bei Tiefsttemperaturen nicht ausreichend gewährleistet, deswegen eher nichts für extreme Langzeittouren.

 

Das YAU Fatbike

Die ersten YAU Fatbikes von MAXX-Bikes sind fertig. Hier ein Bild aus der Fertigung in Rosenheim:

Making of 12 web

Die wichtigsten Infos:

Preis Gewicht (kg)
Jagamoasta Pro in Grundausstattung, Größe M (47 cm Mitte Tretlager bis Ende Sitzrohr) 2.059,00 € 15,25
Antrieb: 1 x 11 Gang XT / Raceface Aeffect 26Z v./42Z 99,00 € - 0,22*
Pedal: Acros A-Flat MD, schwarz 59,00 € 0,23

Arctic Set-Up: bis -40° C (Schmierstoffaustausch aller Lager, Imprägnierung der Schalt- und Bremszüge und Hüllen)

229,00 € 0,00
Scheibenbremse: Avid BB7 S / Speed Dial 7 - Disc mechanisch VR 200 mm, HR 180 mm 0,00 € 0,35

Lenker/Vorbau Kombination: Truvativ Lenker/Vorbau-Einheit: Boobar 740/20/20 inkl. Vorbau AKA 90 mm / 7°

69,00 € 0,03
Cockpit-Höhe: Spacer Steuersatz-Zwischenringe - 3 Spacer a 10 mm 3,00 € 0,02
Lenkergriffe: Ergon GE 1 Enduro Griffgröße Unisize schwarz 34,00 € 0,05
Sattel: Fi'zi:k Nisene III, 142 mm breit 35,00 € -0,05
Laufradsatz: Laufradsatz DT BR 2250 249,00 € -0,90
Gepäckträger: Tubus Fatbike Träger, Stahl, Zuladung 30 kg  109,00 €  1,19
Reifen: Fatbike Snowshoe XL Pure Silica 5.05/4.8"  89,00 €  0,4
Farbe nach Wunsch (lichtblau / 5012)  79,00 €  0,0
YAU-Logos  30,00 €  0,0
Gesamt  3.222,00 €  16,35

 

*Bei den Gewichtsangaben gibt es teilweise Minuswerte, da die Ausstattung vom Standardmodell abweicht und eine Gewichtseinsparung darstellt.

Die Komponenten in roter Schrift sind eigentlich ein absolutes Muss. Für alle anderen Teile gibt es Alternativen. Und natürlich ist auch die Rahmenfarbe frei wählbar, man muss keine YAU Logos wählen. Man kann stattdessen andere Logos oder den eigenen Namen anbringen lassen, etc. 

Es gibt also enorm viele Möglichkeiten, das Bike individuell zu gestallten. Wer gerne professionelle Beratung beim Kauf seines YAU Fatbikes haben möchte, kann sich jederzeit gerne an Kevin Turek wenden: Mobil 0177-267 8713 oder per Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Ein Kauf ist auch für Biker möglich, die nicht beim MYAU an den Start gehen :-)

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